Mythos vs. Wahrheit: Natürliche Haarprodukte sind immer besser

Wer kennt das nicht: Dieses kleine Kribbeln im Bauch, wenn man das Wort „natürlich“ auf einer Shampooflasche sieht? Es vermittelt ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit. 

Aber wissen Sie, dass „natürlich“ eines der am meisten missverstandenen (und überbewerteten) Wörter in der Haarpflege ist? Wir alle wollen das Richtige für unser Haar tun, aber bei all den Marken, die mit „pflanzlich“ oder „pflanzlich“ werben, verliert man leicht den Überblick. 

Also, lüften wir den Schleier. In diesem Blog räumen wir mit den größten Mythen auf und klären, was „natürlich“ wirklich bedeutet. Los geht’s!

Was bedeutet „natürlich“ in der Haarpflege?

Wenn wir „natürlich“ hören, denken die meisten von uns an frische Aloe-Blätter, Kokosmilch oder vielleicht an eine Oma, die Hibiskusblüten in ihrem Garten zermahlt. Aber in Wirklichkeit ist es selten so einfach.

Es gibt keine eindeutige Regel dafür, was auf Shampoo- oder Ölflaschen als „natürlich“ gilt. Manche Marken bezeichnen ein Produkt als natürlich, nur weil es einen Hauch von Pflanzenextrakt enthält, vermischt mit einer langen Liste von Inhaltsstoffen, die man kaum aussprechen kann. 

Manchmal werden diese „natürlichen“ Produkte stark verarbeitet, bevor sie in Ihre Hände gelangen. In anderen Fällen ist ein sogenanntes „chemisches“ Produkt tatsächlich schonender und sanfter für Ihr Haar als ein „natürliches“.

Was ist also zum Mitnehmen?
Lass dich nicht von der Werbung blenden. Dreh die Flasche um und schau dir die Inhaltsstoffe an. Denk daran: Was deinem Haar guttut, muss nicht unbedingt pflanzlichen Ursprungs sein – und das ist völlig in Ordnung. 

Gängige Mythen über natürliche Haarprodukte

Mythos 1: Natürlich = Immer sicher

Man könnte leicht annehmen, dass etwas, das natürlich ist, automatisch sanft und für alle gut ist. Doch die Natur hält so manche Überraschung bereit.
Reine ätherische Öle können beispielsweise die Kopfhaut reizen, und manche Pflanzenextrakte können Allergien auslösen. Selbst der so oft in DIY-Haarpflegetipps gepriesene Zitronensaft kann das Haar austrocknen und es empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen.

„Natürlich“ klingt zwar verlockend, ist aber keine Garantie dafür, dass Ihre Haare oder Ihre Kopfhaut es vertragen. Testen Sie neue Produkte daher immer zuerst an einer kleinen Hautstelle und scheuen Sie sich nicht, sie nicht weiter zu verwenden, wenn Sie etwas nicht vertragen.

Mythos 2: Natürlich = Wirksamer

Ein Produkt aus natürlichen Inhaltsstoffen ist nicht immer wirksamer als eine wissenschaftlich fundierte synthetische Formel.

Kokosöl und Aloe Vera können bei manchen Haartypen wahre Wunder bewirken, bei anderen hingegen weniger. Im Labor entwickelte Inhaltsstoffe (wie bestimmte Silikone oder Pflegestoffe) können Frizz glätten, Schäden reparieren und das Haar besser schützen als so manches natürliche Öl.

Die beste Haarpflegeroutine ist individuell. Was „funktioniert“, hängt von den Bedürfnissen Ihres Haares ab und nicht nur von der Herkunft eines Inhaltsstoffs.

Mythos 3: Natürlich = Keine Nebenwirkungen

Wäre es nicht schön, wenn alle pflanzlichen Inhaltsstoffe unbedenklich und mild wären? Ja, das wünschen wir uns alle. Leider ist die Natur unberechenbar.
Manche „natürliche“ Produkte können zu juckender Kopfhaut, unerwarteten Hautausschlägen oder sogar verstärktem Haarausfall führen. Teebaumöl beispielsweise wirkt bei manchen Menschen Wunder, kann aber bei anderen Brennen oder Reizungen verursachen. Henna ist zwar natürlich, kann das Haar aber stark austrocknen, wenn es zu häufig oder zu lange einwirkt.

Nur weil ein Produkt von einer Pflanze oder einem Baum stammt, heißt das nicht, dass es automatisch gut für Haare und Kopfhaut ist. Höre auf deinen Körper und scheue dich nicht, ein Produkt abzusetzen, wenn es dir nicht guttut.

Mythos 4: Natürlich = Frei von Chemikalien

Die Realität sieht also so aus: Alles – einschließlich Wasser und Kokosöl – besteht aus Chemikalien.
Das Wort „chemisch“ hat einen schlechten Ruf, aber es ist nicht der Feind. Tatsächlich durchlaufen viele „natürliche“ Inhaltsstoffe umfangreiche chemische Verarbeitungsprozesse, bevor sie in Ihrer Spülung landen. Und manchmal sind im Labor hergestellte Inhaltsstoffe reiner, stabiler und viel sicherer als solche, die direkt aus der Natur stammen.

Lassen Sie sich also nicht von dem Aufdruck „ohne Chemikalien“ täuschen. Qualität, Sicherheit und das Gefühl für Ihr Haar zählen, nicht die Herkunft der Inhaltsstoffe.

Was die Wissenschaft wirklich sagt

Die Wahrheit ist also, dass die Wissenschaft keine Partei zwischen „natürlich“ und „synthetisch“ ergreift. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Inhaltsstoff seine Aufgabe sicher und effektiv erfüllt.

Viele natürliche Inhaltsstoffe sind hervorragend, wie Arganöl für Feuchtigkeit oder Aloe Vera zur Beruhigung der Kopfhaut. Es gibt aber auch natürliche Substanzen, die aggressiv, unberechenbar oder sogar für manche Haartypen schädlich sein können. Im Gegensatz dazu werden einige im Labor hergestellte Inhaltsstoffe (wie milde Tenside oder bestimmte Spülungen) seit Jahren getestet, sodass wir ihre Wirkungsweise, ihre Sicherheit und die zu erwartenden Ergebnisse kennen.

Die besten Produkte vereinen in der Regel die Weisheit der Natur mit wissenschaftlicher Zuverlässigkeit. Lassen Sie sich nicht von Etiketten blenden, sondern achten Sie auf Produkte, die auf fundierter Forschung basieren – nicht nur auf ansprechender Verpackung oder vollmundigen Versprechen wie „100 % natürlich“.

Beispiele für gute und problematische „natürliche“ Wirkstoffe

Selbst in der Speisekammer der Natur kommt es also darauf an, wie, wie viel und für wen eine Zutat verwendet wird.

Clevere Wege zur Auswahl von Haarprodukten

Wie findet man also im ganzen Hype heraus, was wirklich gut für die eigenen Haare ist?Hier ein paar praktische Tipps:

Fazit

Letztendlich ist „natürlich“ nur ein Wort und bedeutet nicht automatisch besser, sicherer oder wirksamer. Der wahre Zauber entfaltet sich erst, wenn man Produkte findet, die zu den individuellen Bedürfnissen des eigenen Haares passen.

Experimentiere, achte auf das Gefühl in deinem Haar und scheue dich nicht, ein bisschen Wissenschaft mit deiner natürlichen Haarpflege zu verbinden. Es geht nicht darum, 100 % natürlich oder 100 % synthetisch zu sein, sondern darum, ganz du selbst zu sein.


Hinterlassen Sie uns eine Nachricht

Bitte beachten, dass deine Kommentare vor der Veröffentlichung genehmigt werden müssen

Diese Site ist durch hCaptcha und das hCaptcha geschützt Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen .